Spontangärung

Bei der Spontangärung gärt der Wein mit den Hefen, die von selbst auf den Trauben und im Keller leben, statt mit zugesetzter Zuchthefe. Das macht den Verlauf weniger vorhersehbar.

Spontangärung heißt: Der Traubensaft vergärt ohne zugesetzte Reinzuchthefe, allein mit den Hefen, die natürlicherweise auf den Trauben und im Keller vorkommen. Man sagt auch „spontan vergoren“ oder spricht von wilden Hefen.

Viele Winzer schätzen, dass dabei mehrere Hefestämme nacheinander arbeiten, was dem Wein mehr Vielschichtigkeit geben kann. Der Preis dafür: Die Gärung startet manchmal langsamer, und der Ablauf ist schwerer vorherzusagen. Ob spontan besser ist als mit Zuchthefe? Nein, es ist eine Stilentscheidung, kein Qualitätsurteil.

Im Shop steht das Merkmal „Spontanvergoren“ beim 2022 Gutedel Steinkreuz von Weingut Greiner (Markgräflerland, Baden), zusammen mit Unfiltriert, Ungeschwefelt und Biologischer Säureabbau. Das Datenblatt nennt 11,0 % Alkohol, 0,9 g/l Restzucker, 4,9 g/l Säure und Ausbau im gebrauchten Holzfass, dazu den Hinweis, den Wein 30 Minuten zu karaffieren. Bei allen anderen Weinen steht nichts zur Hefe im Datenblatt, deshalb schreibe ich nicht, dass sie spontan vergoren wurden.

Mir gefällt, dass der Gutedel Steinkreuz mehrere dieser „eingriffsarmen“ Merkmale zusammen trägt. Wenn du neugierig bist, probiere ihn und vergleiche ihn mit dem 2023 Chasselas, ebenfalls von Weingut Greiner, bei dem solche Angaben im Datenblatt nicht stehen. Gleiche Rebsorte, anderer Stil: Du schmeckst, was dir besser gefällt.

Passende Weine aus meinem Sortiment

Häufige Fragen

Was bedeutet spontan vergoren?

Der Wein gärt allein mit den natürlich vorhandenen Hefen, ohne zugesetzte Zuchthefe.

Ist Spontangärung besser als Reinzuchthefe?

Nicht automatisch. Es ist eine andere Stilentscheidung. Spontangärung ist weniger berechenbar, kann aber vielschichtige Weine ergeben.

Verwandte Begriffe