Wie schmeckt Chardonnay?
Chardonnay ist ein Chamäleon: Er nimmt Boden, Klima und Ausbau auf. Aus kühlen Lagen kommen Zitrus, grüner Apfel und Feuerstein, aus warmen gelbe und tropische Früchte. Barrique bringt Vanille, Brioche und eine cremige Textur. Bei den Weinen aus Haardt bleibt trotz Fassausbau die Mineralik vorn, der Kronsberg aus Franken zeigt Zitrus, Steinobst und eine salzige Note. Goriška Brda ist mediterran: Fojana und Kozana wirken runder, mit reifer Frucht und Holzwürze.
Herkunft im Sortiment
Das Weingut Andres baut Chardonnay in der Pfalz in mehreren Stufen aus, vom Haardt Chardonnay bis zum Herzog mit spontaner Vergärung und 16 Monaten auf der Vollhefe. Nicolas Olinger in Iphofen zeigt, wie fein und salzig Chardonnay in Franken schmecken kann. Reinsortig und ohne Dosage ist der Schaumwein Blanc de Blancs aus alten Pfälzer Reben.
Was passt zu Chardonnay?
Ausgebaute Chardonnays lieben Cremiges: Geflügel, Lachs, Pilzrisotto, Pasta mit heller Sauce. Straffe Weine passen zu Meeresfrüchten und Fisch, der Sekt zu Austern und Sushi.
Temperatur und Glas
Nicht zu kalt, sonst verschwinden die Aromen: 10 bis 12 Grad sind richtig, Barrique-Weine gern kurz karaffiert. Das Gabriel-Glas ist hier ein guter Universalist.
Häufige Fragen
Ist Chardonnay trocken oder lieblich?
Meist trocken. Die stillen Chardonnays bei mir sind trocken ausgebaut, die Restzuckerwerte stehen bei jedem Wein. Ein Hinweis auf Süße ist die Frucht, nicht der Zucker: Reife, tropische Aromen wirken weicher. Mehr im Glossar-Eintrag zum Chardonnay.
Gibt es guten deutschen Chardonnay?
Ja, und zwar immer mehr. Pfalz und Franken zeigen, wie straff und mineralisch er sein kann. Die Haardt-Weine von Andres sind dafür mein Beispiel.
Was ist der Unterschied zwischen Weißburgunder und Chardonnay?
Beide sind verwandt und werden oft verwechselt. Weißburgunder ist zarter und nussiger, Chardonnay formbarer und mit Fassausbau cremiger.
Muss Chardonnay nach Holz und Butter schmecken?
Nein. Das ist eine Frage des Ausbaus, nicht der Rebe. Im Edelstahl oder großen Holzfass bleibt er frisch, im Barrique wird er cremiger.