Lesegut sind die Trauben, die bei der Weinlese geerntet und zur Kelterei gebracht werden. Die Qualität des Leseguts ist die Grundlage für den späteren Wein.
Lesegut ist ein Sammelwort für alles, was bei der Weinlese vom Weinstock kommt: Trauben, die in die Kiste oder den Behälter wandern und zur Kelter gebracht werden. Danach wird entschieden, ob ganze Trauben gepresst werden, ob sie auf der Maische vergären oder ob zuerst entrappt wird. Alles, was später im Wein steckt, stammt zuerst aus dem Lesegut.
Drei Punkte sind dabei entscheidend. Erstens der Reifegrad: Das Mostgewicht (gemessen in Grad Oechsle) zeigt, wie viel Zucker die Trauben mitbringen. Zweitens die Gesundheit: Faule oder beschädigte Beeren bringen Fremdnoten in den Wein. Drittens die Selektion: Wer von Hand liest, kann unreife oder kranke Trauben gleich aussortieren. Maschinell geht das schneller, dafür weniger genau.
Auch der Zeitpunkt der Lese bestimmt den Stil. Wer früh liest, bekommt mehr Säure und meist leichtere, frischere Weine. Wer später liest, erntet reifere, vollere Trauben. Spätlese, Auslese und Co. sind genau darüber definiert, mit welchem Mostgewicht das Lesegut gelesen wurde.
Nach der Lese zählt Tempo: Je schneller und schonender das Lesegut verarbeitet wird, desto weniger geht an Frische und Aroma verloren. Manche Betriebe lesen deshalb in den kühlen Morgenstunden.
Im Datenblatt einiger Weine findest du die Angabe „Ertrag“ in Hektolitern pro Hektar. Sie zeigt, wie viel Wein aus einer Fläche gewonnen wurde. Beim 2024 Haardt Herzog Chardonnay trocken von Weingut Andres liegt sie bei 25 hl/ha, beim 2025 Old Skool Riesling trocken bei 60 hl/ha. Das sagt nichts über Gut oder Schlecht, zeigt aber, wie unterschiedlich viel Lesegut pro Fläche entsteht.
Was bedeutet Lesegut?
Die geernteten Trauben bei der Weinlese, also das Ausgangsmaterial für den Wein.
Wann wird Lesegut geerntet?
Das entscheidet der Winzer nach Reife, Wetter und gewünschtem Stil. In Deutschland meist von September bis November.
Was ist der Unterschied zwischen Handlese und maschineller Lese?
Bei der Handlese wird sorgfältiger ausgewählt, bei der Maschine geht es schneller. Welche Methode passt, hängt von Lage, Rebsorte und Stil ab.