Laubarbeit nennt man alle Arbeiten am grünen Rebstock im Sommer: Triebe ausbrechen, heften, entblättern und einkürzen. Sie sorgt für Licht, Luft und gesunde, gleichmäßig reife Trauben.
Der Rebschnitt im Winter legt den Rahmen fest. Die Laubarbeit kümmert sich um alles, was danach im Frühjahr und Sommer wächst. Ziel ist eine Blattwand, die den Trauben genug Licht und Luft gibt, ohne sie zu verbrennen. Es ist Handarbeit, die sich über viele Wochen zieht.
Mehrere Arbeitsgänge gehören dazu. Beim Ausbrechen entfernt der Winzer überzählige Triebe im Frühjahr, so verteilt die Rebe ihre Kraft auf weniger, dafür bessere Trauben. Beim Heften werden die Triebe zwischen die Drähte geführt, damit sich nichts verheddert und sich die Reben nicht gegenseitig beschatten. Durch das Einkürzen, auch Gipfeln genannt, bremst man das Längenwachstum, damit die Energie in die Trauben fließt. Beim Entblättern wird die Traubenzone freigelegt.
Der Nutzen liegt in der Gesundheit und der Reife. Gut belüftete Trauben trocknen nach Regen schneller ab, das kann den Druck durch Pilzkrankheiten senken. Mehr Licht fördert die Reife von Zucker und Aromen, und die Trauben reifen gleichmäßiger. Dabei kommt es auf Maß und Zeitpunkt an. Wer in einem heißen Sommer zu stark entblättert, riskiert Sonnenbrand an den Beeren. Deshalb lassen Winzer in heißen Jahren oft mehr Laub stehen.
Für mich ist die Laubarbeit ein gutes Beispiel dafür, wie viel vom Wein schon im Weinberg entschieden wird, lange bevor die Trauben im Keller ankommen.
Was versteht man unter Laubarbeit?
Alle Arbeiten am Blattwerk der Rebe im Sommer: Ausbrechen, Heften, Einkürzen und Entblättern. Sie steuert Licht, Luft und Reife der Trauben.
Wann findet die Laubarbeit statt?
Vom Frühjahr bis in den Spätsommer, mit wechselnden Arbeitsgängen. Das Ausbrechen kommt früh, das Entblättern der Traubenzone vor oder während der Reife.
Warum entfernt man Blätter von den Reben?
Damit die Trauben Licht und Luft bekommen. Das fördert die Reife und hilft, Pilzbefall nach Regen vorzubeugen.