Terroir

Terroir ist alles, was einen Weinberg besonders macht: Boden, Lage, Klima und die Hand des Winzers. Es erklärt, warum zwei Weine aus derselben Rebsorte völlig verschieden schmecken können.

Terroir ist ein französisches Wort, das sich schwer übersetzen lässt. Gemeint ist das Zusammenspiel aus Boden, Lage, Klima und dem, was der Winzer daraus macht. Dieselbe Rebsorte kann auf zwei Hängen im selben Ort ganz unterschiedlich schmecken, weil Gestein, Wasserspeicherung, Sonne und Wind anders wirken.

Für mich ist das der Grund, warum ich lieber Winzer aussuche als Rebsorten. Wenn ein Weingut seine Weinberge einzeln ausbaut, kann ich diese Unterschiede probieren.

Ein gutes Beispiel liefert Weingut Andres in der Pfalz. Laut Datenblatt stehen beim 2024 Forst Ungeheuer Riesling trocken Buntsandstein, Kalkmergel und Basalt, beim 2024 Deidesheim Leinhöhle Riesling trocken Buntsandstein und Tonmergel, beim 2024 Deidesheim Kieselberg Riesling trocken Buntsandstein und Löss. Alle drei sind Riesling, alle drei trocken, alle drei aus 2024. Und trotzdem sind es drei verschiedene Weine. Wenn du sie nebeneinander probierst, verstehst du Terroir besser als durch jede Erklärung.

Wichtig: Terroir ist nicht nur Boden. Auch Ertrag, Lesezeitpunkt und Ausbau gehören dazu. Genau deshalb gibt es kein Rezept, das du auf jeden Wein anwenden kannst. Jede Lage erzählt ihre eigene Geschichte, und die Winzer, die ich ins Sortiment nehme, erzählen sie ehrlich weiter.

Häufige Fragen

Ist Terroir nur der Boden?

Nein. Boden ist ein Teil, dazu kommen Lage, Klima, Rebsorte und die Entscheidungen des Winzers.

Kann man Terroir wirklich schmecken?

Ich finde ja, vor allem im direkten Vergleich zweier Lagen derselben Rebsorte. Wissenschaftlich ist der Zusammenhang zwischen Gestein und Geschmack aber nicht eindeutig belegt.

Warum steht bei manchen Weinen die Lage im Namen?

Weil das Weingut die Herkunft des Weins ausdrücklich zeigen will, zum Beispiel Deidesheimer Kieselberg.

Verwandte Begriffe