Mineralität

Mineralität beschreibt einen Eindruck von Stein, Salz oder Kreide im Wein. Sie ist keine Messgröße, sondern eine Beschreibung dessen, was du am Gaumen wahrnimmst.

Wenn jemand einen Wein „mineralisch“ nennt, meint er meist einen Eindruck von nassem Stein, Kreide, Salz oder Feuerstein. Das Wort ist beliebt und zugleich umstritten: Chemisch lässt sich Mineralität nicht messen, und dass sie direkt aus dem Gestein stammt, ist wissenschaftlich nicht belegt.

Ich benutze das Wort trotzdem, aber ehrlich: als Beschreibung eines Eindrucks, nicht als Beweis für einen Boden. Oft kommt der Eindruck zusammen mit präziser Säure und wenig Süße, weshalb er gerne bei trockenen Rieslingen genannt wird.

Wenn du das selbst erleben willst, probiere zum Beispiel den 2023 Königsbacher Ölberg Riesling trocken von Weingut Andres: laut Datenblatt 0,0 g/l Restzucker und 7,3 g/l Säure, ein sehr klarer, straffer Typ. Oder den 2024 Deidesheim Kieselberg Riesling trocken, bei dem als Boden Buntsandstein und Löss stehen. Ob du dort „Mineralität“ schmeckst, entscheidest du. Beide Weine zeigen dir außerdem, wie unterschiedlich trockene Rieslinge aufgebaut sein können.

Mein Rat: Beschreibe lieber, was du wahrnimmst, als dir ein Wort aufzwingen zu lassen. Sagst du „salzig“, „steinig“ oder „kühl“, ist das genauso gültig wie „mineralisch“. Am Ende zählt, dass du deine eigene Sprache für Wein findest und sie auch benutzt.

Häufige Fragen

Kommt Mineralität aus dem Boden?

Das ist wissenschaftlich nicht belegt. Winzer und Verkoster verwenden das Wort aber seit langem für einen bestimmten Eindruck.

Welche Weine gelten als mineralisch?

Häufig straffe, trockene Weißweine mit klarer Säure, oft Riesling.

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