Rebschnitt

Der Rebschnitt ist das Zurückschneiden der Rebstöcke im Winter. Er legt fest, wie viel Holz und wie viele Triebe ein Stock im nächsten Jahr trägt und steuert so den Ertrag.

Der Rebschnitt ist eine der wichtigsten Arbeiten im Weinberg. Er findet im Winter statt, wenn die Reben ihre Blätter verloren haben und in der Ruhephase stecken, meist zwischen Dezember und März. Der Winzer schneidet dabei den größten Teil des vorjährigen Holzes ab und lässt nur so viel stehen, wie der Stock im neuen Jahr tragen soll.

Warum das nötig ist? Ohne Schnitt würde die Rebe wild wachsen, mit vielen Trieben, dichtem Laub und vielen kleinen Trauben. Das macht sie anfälliger für Pilzkrankheiten, weil Luft und Licht fehlen. Mit dem Schnitt entscheidet der Winzer, wie viele Augen, also Knospen, stehen bleiben. Aus ihnen treiben im Frühjahr die Triebe aus, die später die Trauben tragen.

Es gibt verschiedene Erziehungssysteme. Beim Guyot-Schnitt bleibt ein langer Fruchtbogen stehen. Beim Kordon wächst ein dauerhafter Arm am Draht entlang, aus dem kurze Zapfen treiben. In steilen Lagen und bei alten Buschreben sieht der Schnitt wieder anders aus. Welche Form passt, hängt von Sorte, Lage und gewünschtem Ertrag ab.

Weniger Trauben bedeuten nicht automatisch einen besseren Wein, aber ein sorgfältig gewählter Schnitt gehört zu den Werkzeugen, mit denen Winzer den Ertrag steuern. Im Datenblatt siehst du, wie unterschiedlich das ausfallen kann: Der 2024 Deidesheim Kieselberg Riesling trocken von Weingut Andres hat 30 hl/ha Ertrag, der 2025 Old Skool Riesling trocken 60 hl/ha. Wie viel davon auf den Schnitt zurückgeht, sagt das Datenblatt allerdings nicht.

Häufige Fragen

Wann werden Reben geschnitten?

Im Winter, wenn die Rebe ruht, meist zwischen Dezember und März.

Warum schneidet man Reben zurück?

Damit der Stock nicht zu viele Triebe und Trauben bildet. Das hilft bei Ertrag, Reife und Gesundheit der Trauben.

Was ist der Guyot-Schnitt?

Eine verbreitete Erziehungsform, bei der ein langer Fruchtbogen pro Stock stehen bleibt.

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