Bei der Carbonic Maceration (Kohlensäuremaischung) gären ganze, unverletzte Trauben zunächst unter Kohlendioxid. Das ergibt fruchtige, weiche Rotweine, die oft jung getrunken werden.
Normalerweise werden Rotweintrauben entrappt und gequetscht, und die Maische vergärt mit Hilfe von Hefe. Bei der Carbonic Maceration, deutsch Kohlensäuremaischung, läuft es anders: Ganze Trauben mit Stielen kommen unzerdrückt in einen geschlossenen Tank, der mit Kohlendioxid gefüllt wird. Ohne Sauerstoff beginnen die Beeren von innen heraus zu gären (intrazelluläre Gärung) und bilden dabei bereits etwas Alkohol.
Unten im Tank drückt das Gewicht der Trauben die untersten Beeren auf. Deren Saft vergärt dann auf klassische Weise mit Hefe weiter. Nach einigen Tagen bis wenigen Wochen wird gepresst. Wegen dieser Mischung spricht man in der Praxis oft von halbkarbonischer Maischung.
Der Stil ist leicht wiederzuerkennen: wenig Gerbstoff, viel Frucht, leuchtende Farbe. Typisch sind Aromen von Kirsche, Himbeere und Erdbeere, manchmal mit einem Hauch Banane, Bonbon oder Zimt. Die Weine sind leicht, saftig und meist für den baldigen Genuss gedacht. Ein bekanntes Beispiel ist der Beaujolais, vor allem der Beaujolais Nouveau, der am dritten Donnerstag im November in den Verkauf kommt. Die Methode kennt man aber auch von jungen Rotweinen aus Spanien, etwa aus der Rioja, und von vielen Naturweinwinzern.
Man sollte die Technik als Stilentscheidung sehen, nicht als Qualitätsstufe: Sie bringt Frucht und Trinkfluss, aber oft weniger Struktur und Tiefe als eine lange Maischegärung. Wer zum Rotwein eher Leichtigkeit sucht, ist hier oft gut aufgehoben.
Was ist der Unterschied zwischen Carbonic Maceration und Ganztraubenpressung?
Bei der Ganztraubenpressung werden ganze Trauben direkt gepresst, meist für Weißwein und Schaumwein. Bei der Kohlensäuremaischung gären ganze Trauben zuerst unter Kohlendioxid, meist für Rotwein.
Warum erinnert Beaujolais Nouveau oft an Banane oder Bonbon?
Bei der Gärung entstehen bestimmte Aromastoffe, sogenannte Ester, die an Banane und Bonbon erinnern können. Sie sind typisch für sehr junge Weine dieser Art.
Wie lange hält sich ein Wein aus Kohlensäuremaischung?
Viele sind für den baldigen Genuss gedacht, ein bis zwei Jahre sind eine gängige Faustregel. Einzelne Weine können länger gut bleiben.