Das Prädikatssystem stuft deutsche Prädikatsweine nach der Reife der Trauben bei der Lese ein: Kabinett, Spätlese, Auslese und höher. Es sagt nicht automatisch, wie süß der Wein im Glas ist.
Das Prädikatssystem ist die Qualitätsstufung im deutschen Weinrecht für Prädikatsweine. Sie richtet sich nach dem Mostgewicht, also dem Zuckergehalt der Trauben bei der Lese, gemessen in Grad Oechsle. Die Stufen heißen Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Eiswein und Trockenbeerenauslese. Welche Mindestwerte gelten, hängt vom Anbaugebiet und der Rebsorte ab.
Wichtig: Das Prädikat sagt etwas über die Reife der Trauben, nicht darüber, wie süß der Wein am Ende ist. Es gibt auch trockene Kabinettweine oder Spätlesen. Die Süße erkennst du am Restzucker.
Zwei Beispiele aus dem Sortiment, beide von Weingut C.H. Berres von der Mosel: der 2015 Ürziger Würzgarten Riesling Kabinett fruchtig mit 8,5 % Alkohol und 51,0 g/l Restzucker und der 2003 Erdener Treppchen Riesling Auslese edelsüß mit 9,5 % Alkohol und 63,0 g/l Restzucker. Die Säure liegt laut Datenblatt bei 9,5 g/l beziehungsweise 7,7 g/l.
Ich lese ein Prädikat gern als Hinweis auf Jahr und Lese. Für die Auswahl am Regal schaue ich aber immer auf die Zahl im Datenblatt, denn sie sagt dir direkter, wie der Wein am Gaumen ankommt.
Was ist ein Prädikatswein?
Ein Wein aus dem deutschen Weinrecht, der eine der Prädikatsstufen trägt (Kabinett, Spätlese, Auslese und höher), je nach Reife der Trauben bei der Lese.
Welche Prädikatsstufen gibt es?
Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Eiswein und Trockenbeerenauslese.
Was ist der Unterschied zwischen Qualitätswein und Prädikatswein?
Qualitätswein hat niedrigere Anforderungen an das Mostgewicht und darf aufgebessert werden. Prädikatswein muss ohne Zuckerzugabe auskommen und bestimmte Mindestmostgewichte erreichen.