Gipskeuper

Gipskeuper ist ein Gestein aus der Trias mit Tonstein, Mergel und Gips. Er kommt vor allem in Franken und Württemberg vor und liefert schwere, tonreiche Weinbergsböden.

Der Keuper ist eine Gesteinsschicht aus der Trias, also mehr als 200 Millionen Jahre alt. Ein Abschnitt davon heißt Gipskeuper, weil er neben Tonstein und Mergel auch Gips enthält. Dieser Gips ist im Gestein oft als weißes Band oder in Knollen sichtbar. Verwittert das Gestein, entstehen schwere, tonreiche Böden in bunten Farben, häufig rötlich, grünlich oder grau.

Für die Rebe hat das Folgen. Tonreiche Böden speichern Wasser und geben es langsam wieder ab. Bei Trockenheit können sie hart werden und reißen, bei Nässe werden sie schmierig und schwer zu bearbeiten. Das macht den Gipskeuper zu einem Boden, der Winzerinnen und Winzer fordert.

In Deutschland findest du ihn vor allem in Franken, besonders rund um den Steigerwald, und in Württemberg. Fränkischer Silvaner vom Gipskeuper wird gern als kräftig, würzig und erdig beschrieben, ein Riesling als straff mit lebendiger Säure.

Ob du „Gips“ im Wein schmecken kannst, ist übrigens offen. Die Verbindung zwischen Gestein und Geschmack ist wissenschaftlich schwer zu belegen, vieles beruht auf Beschreibung und Erfahrung. Wenn ein Winzer von Gipskeuper spricht, meint er meist einen Weinberg, der anspruchsvoll ist und Weinen eher Struktur und Würze mitgibt als Fruchtfülle.

Häufige Fragen

Wo gibt es Gipskeuper?

In Deutschland vor allem in Franken und Württemberg, außerhalb auch in anderen Gebieten mit Triasgesteinen.

Was ist der Unterschied zwischen Keuper und Gipskeuper?

Keuper ist die Gesteinsgruppe der oberen Trias. Gipskeuper ist ein gipshaltiger Abschnitt davon.

Welche Rebsorten wachsen auf Gipskeuper?

Vor allem Silvaner und Riesling in Franken, in Württemberg zudem Rote wie Trollinger und Lemberger.

Verwandte Begriffe