Schiefer ist ein dunkles, in dünne Platten spaltbares Gestein, das Wärme speichert. Berühmt ist er als Boden an der Mosel. Wie viel davon im Geschmack ankommt, ist umstritten.
Schiefer ist ein dunkles, in dünne Platten spaltbares Gestein. In Weinbergen mit Schieferboden verwittert es zu steinigem, gut durchlässigem Boden, der sich tagsüber erwärmt und die Wärme nachts wieder abgibt, besonders an steilen Hängen. Berühmt ist Schiefer an der Mosel, wo viele Rieslinge auf solchen Böden wachsen.
Was das im Glas bedeutet, ist schwerer zu sagen, als es klingt. Viele Winzer und Verkoster beschreiben Weine von Schieferböden als würzig, straff oder steinig. Dass der Geschmack direkt vom Gestein kommt, ist wissenschaftlich aber nicht eindeutig belegt, ähnlich wie bei der Mineralität.
Im Shop habe ich bei keinem Wein Schiefer als Boden eingetragen. Die Weine von Weingut C.H. Berres von der Mosel, etwa der 2015 Ürziger Würzgarten Riesling Kabinett fruchtig und der 2003 Erdener Treppchen Riesling Auslese edelsüß, haben im Datenblatt kein Bodenfeld. Ich behaupte deshalb nicht, dass sie auf Schiefer wachsen. Bei Weingut Andres in der Pfalz sind dagegen Böden wie Buntsandstein, Kalkmergel und Löss hinterlegt.
Wenn du Böden vergleichen willst, probiere zwei Rieslinge nebeneinander, etwa einen Mosel-Riesling und einen Pfälzer Riesling von Buntsandstein. Notiere dir, was dir auffällt. Das ist spannender, als nur zu lesen, welches Gestein wo liegt.