Das Bouquet beschreibt die Düfte eines Weins, im engeren Sinn die Aromen, die durch Gärung, Ausbau und Reife entstehen und über die reine Frucht der Traube hinausgehen.
Bouquet ist französisch für „Strauß“ und steht für den Duft eines Weins. Im Alltag nutzen viele das Wort für alles, was man im Glas riecht. In der klassischen Weinsprache gibt es eine feinere Unterscheidung: Aromen stammen aus der Traube selbst, zum Beispiel Zitrus, Apfel, Johannisbeere oder Blüten. Das Bouquet kommt durch die Gärung, den Ausbau und die Reife in der Flasche hinzu.
Typische Bouquet-Noten sind Brotkruste, Hefe und Butter aus Gärung und Hefelager, Vanille, Toast, Rauch und Gewürze aus dem Holz, dazu Nuss, Honig, getrocknete Früchte, Pilz, Leder, Tabak oder Trüffel aus der Reife. Ein gereifter Riesling duftet zum Beispiel oft nach Honig und einer Spur Petrol.
Die moderne Sensorik teilt das in Primär-, Sekundär- und Tertiäraroma ein. Das Bouquet entspricht dabei ungefähr den Sekundär- und Tertiäraromen. Wenn jemand also von einem „vielschichtigen Bouquet“ spricht, meint er, dass der Wein über die Frucht hinaus noch mehr Dufteindrücke bietet.
Aber ein ausgeprägtes Bouquet ist kein Qualitätsbeweis. Es gibt ausgezeichnete junge Weine, die vor allem Frucht zeigen, und müde alte Flaschen mit viel Duft, aber wenig Spannung. Wie sich das Bouquet entfaltet, hängt auch von Luft und Temperatur ab: Ein paar Minuten im Glas oder eine Karaffe können einen verschlossenen Wein öffnen.
Tipp: Schwenke das Glas, rieche einmal kurz und dann noch einmal in Ruhe. Beim zweiten Mal kommen oft die feineren Noten.
Was ist der Unterschied zwischen Aroma und Bouquet?
Aroma bezeichnet in der klassischen Weinsprache die Düfte aus der Traube, Bouquet die Düfte aus Gärung, Ausbau und Reife. In der Praxis werden beide Wörter oft gleichbedeutend benutzt.
Wie beschreibe ich das Bouquet eines Weins?
Geh von allgemein zu konkret: erst die Intensität, dann die Duftgruppen (Frucht, Blüten, Würze, Holz, Reife), dann einzelne Beispiele wie Nuss oder Vanille.
Wird das Bouquet mit dem Alter besser?
Es verändert sich, besser wird es nicht automatisch. Jeder Wein hat ein Trinkfenster, in dem er am meisten zu bieten hat.