Slowenischer Wein: Regionen, Rebsorten und Weine aus Goriška Brda

Sechs Weine von Edi Simčič aus Goriška Brda, Slowenien

Slowenischer Wein ist hierzulande noch wenig bekannt. Dabei liegt das kleine Land zwischen Alpen und Adria, mit Italien, Österreich und Kroatien als Nachbarn, und hat eine lange Weinbautradition. Auf kleiner Fläche treffen mediterrane Wärme, alpine Kühle und ganz unterschiedliche Böden aufeinander. Das macht die Weine aus Slowenien so abwechslungsreich.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie das Land weinbaulich aufgebaut ist, welche Rebsorten du kennen solltest und warum ich mit Goriška Brda eine Region im Sortiment habe, die mir persönlich am Herzen liegt.

Terroir und Weinregionen: Primorska, Podravje und Posavje

Slowenien gliedert sich klassisch in drei große Weinbauregionen. Jede hat ihr eigenes Klima, und das schmeckst du später im Glas. Am besten stellst du dir das Terroir als Zusammenspiel aus Boden, Lage und Klima vor.

Primorska im Westen

Primorska liegt an der Grenze zu Italien. Der Einfluss des Mittelmeers sorgt für ein mediterranes Klima mit warmen Sommern und milden Wintern. Gleichzeitig sind die Alpen nicht weit, und das merkt man den Weinen an. Zu Primorska gehören vier Teilgebiete: Goriška Brda, die Vipavska dolina, der Karst (Kras) und das slowenische Istrien an der Küste.

Berühmt ist die Region für Rebula, die du vielleicht als Ribolla Gialla kennst, und für den Teran vom Karst. Dazu kommen Chardonnay, Sauvignon Blanc und Rotweine aus Merlot und Cabernet-Sorten.

Podravje im Nordosten

Im Nordosten, rund um Maribor und Ptuj, ist es kontinentaler und kühler. Hier stehen die Weißweine im Vordergrund: Welschriesling, Rheinriesling, Sauvignon Blanc und Šipon. Die Weine wirken meist frisch und haben eine lebendige Säure.

Posavje im Südosten

In Posavje wachsen Weiß- und Rotweine, und hier ist auch der Cviček zu Hause: ein leichter, säurebetonter Wein, der traditionell aus roten und weißen Sorten gemischt wird. Wenn du etwas wirklich Eigenständiges suchst, ist er ein spannender Einstieg.

Rebsorten aus Slowenien: Das solltest du kennen

  • Rebula (Ribolla Gialla): Eine autochthone Sorte der Region zwischen Brda und dem italienischen Friaul. Sie ist die Hauptdarstellerin im Westen Sloweniens. Wie sie schmecken kann, siehe unten.
  • Malvazija (Malvasia Istriana): Aromatisch und fruchtig. Sie kommt vor allem aus dem küstennahen Istrien.
  • Teran: Der Rotwein vom Karst wird aus der Sorte Refošk gekeltert. Er ist dunkel in der Farbe, säurereich und hat viel Beerenfrucht. Die rote, eisenhaltige Erde des Karsts gilt als sein Markenzeichen.
  • Šipon: So heißt der Furmint in Slowenien. Er stammt vor allem aus dem Nordosten.
  • Chardonnay, Sauvignon Blanc und Merlot: Internationale Sorten, die in Slowenien eine eigene Handschrift bekommen. Gerade in Goriška Brda gibt es sie in erstaunlicher Qualität.

Rebula: Weißwein mit Zitrus und Mandeln

So kenne und beschreibe ich Rebula: Noten von Zitrusfrüchten und Mandeln, dazu eine lebendige Säure. Im Grenzgebiet zwischen Goriška Brda und Friaul hat zudem die Maischegärung weißer Trauben Tradition. Bei dieser Mazeration liegt der Saft längere Zeit auf den Beerenschalen, mehr dazu im Glossar unter Maische. Das Ergebnis nennt man Orange-Wein.

Goriška Brda: Hügelland an der Grenze zu Italien

Goriška Brda liegt im äußersten Westen Sloweniens und geht auf der anderen Seite der Grenze in das italienische Collio über. Die Böden bestehen im Wechsel aus Mergel und Sandstein. Warme Tage und kühlere Nächte, geprägt von Adria und Alpen, geben den Trauben Reife und Frische zugleich. Mehr zur Region findest du auf meiner Seite Goriška Brda in Slowenien.

Edi Simčič: Meine Weine aus Goriška Brda

Ich erinnere mich noch gut an den Messetag auf der ProWein, an dem ich die Weine von Aleks Simčič zum ersten Mal probiert habe. Gemeinsam mit einer Sommelier-Kollegin landete ich am Stand von Edi Simčič, und wir waren beide sofort begeistert. Die Weine hatten Komplexität, Rundheit und Stimmigkeit, und ich habe ohne Zögern beschlossen, sie in mein Sortiment aufzunehmen. Was mich besonders fasziniert hat, war ihre Feinheit und Eleganz. Sie haben mich an Weine aus dem Burgund erinnert.

Das Weingut Edi Simčič in Goriška Brda ist für mich eines der liebsten Weingüter. Das Porträt des Weinguts findest du auf der Seite Weingut Edi Simčič. Vier der sechs Weine stammen jeweils aus einer einzelnen Lage, Fojana oder Kozana, und tragen den Zusatz „Single Vinyard“ im Namen. Das ist die Originalbezeichnung des Herstellers. Die beiden Cuvées dagegen vereinen Trauben aus Fojana, Kozana und Vipolže. Mehr zum Gedanken der Einzellage findest du unter Einzellage im Glossar.

Die Weißweine

Die Rotweine

  • 2018 Kolos: Eine Cuvée aus Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot, im Barrique ausgebaut, mit 14,5 % Alkohol. Für mich ein kraftvoller Rotwein mit dunklen Früchten, Würze und langem Abgang. Trinktemperatur 16 bis 18 Grad, Trinkfenster 2023 bis 2033.
  • 2021 Duet: Dieselben drei Rebsorten, ebenfalls im Barrique ausgebaut, mit 14 % Alkohol. Ich finde ihn harmonisch, mit Fruchtaromen und feiner Würze. Trinktemperatur 16 bis 18 Grad, Trinkfenster 2023 bis 2027.

Was passt zu slowenischem Wein?

Diese Kombinationen empfehle ich dir zu den Weinen von Edi Simčič:

  • Fisch und Meeresfrüchte: Hier passen die beiden Chardonnays, der Sauvignon und die Rebula.
  • Vegetarische Gerichte: Dazu passt die Fojana Rebula.
  • Asiatische Küche: Hier spielt der Fojana Sauvignon seine Aromen aus.
  • Wild und rotes Fleisch: Das ist das Revier von Kolos und Duet.
  • Käse: Der Duet passt zu Käse.

Trink die Weißen nicht eiskalt: Ideal sind 10 bis 14 Grad, also etwas wärmer als direkt aus dem Kühlschrank. Die beiden Rotweine bekommen bei 16 bis 18 Grad ihren Auftritt.

Häufige Fragen

Welche Weinregionen gibt es in Slowenien?

Klassisch unterscheidet man drei: Primorska im Westen, Podravje im Nordosten und Posavje im Südosten. Primorska umfasst unter anderem Goriška Brda, die Vipavska dolina, den Karst und das slowenische Istrien.

Ist Rebula dasselbe wie Ribolla Gialla?

Ja. Rebula ist der slowenische Name der Sorte, im italienischen Friaul sagt man Ribolla Gialla. Die Sorte ist in Goriška Brda und im angrenzenden Collio zu Hause.

Wo liegt Goriška Brda?

Im Westen Sloweniens direkt an der Grenze zu Italien. Das Hügelland ist Teil der Region Primorska und geht jenseits der Grenze in das Collio über.

Wie trinke ich slowenischen Wein am besten?

Das hängt vom Wein ab. Für meine Weine von Edi Simčič empfehle ich: 10 bis 14 Grad für die Weißweine, 16 bis 18 Grad für Kolos und Duet. Auf den Produktseiten findest du außerdem das Trinkfenster zu jedem Wein.

Slowenische Weine bei Wein im Revier

Wenn du neugierig geworden bist, schau dir die Weine von Edi Simčič in Ruhe an. Auf der Seite Weingut Edi Simčič findest du das Porträt des Weinguts und alle Weine auf einen Blick. Und wenn du Fragen hast, schreib mir einfach.