Tannin

Tannin ist eine natürliche, pflanzliche Substanz, die in verschiedenen Teilen von Pflanzen vorkommt, insbesondere in Traubenschalen, Kernen, und Stielen. In der Weinwelt bezeichnet man Tannine als die Verbindungen, die dem Wein seine strukturierte Textur und mündliche Trockenheit verleihen. Sie gehören zu den sogenannten Polyphenolen und haben auch eine antioxidative Wirkung, die dem Wein hilft, sich länger zu lagern.


Merkmale des Tannins:

  1. Mundgefühl: Tannine sind dafür verantwortlich, dass ein Wein sich im Mund oft trocken anfühlt. Das passiert, weil sie mit den Eiweißen in deinem Speichel reagieren und so die Trockenheit verursachen. Dieser Effekt wird häufig als „Adstringenz“ bezeichnet.
  2. Textur und Struktur: Sie verleihen dem Wein Struktur und Kraft, besonders in Rotweinen, die durch den Kontakt mit den Traubenschalen während der Gärung mehr Tannine aufnehmen.
  3. Farbe und Alterung: Tannine sind auch dafür verantwortlich, dass Rotweine eine tiefere Farbe erhalten und eine gute Alterungsfähigkeit haben. Sie wirken wie natürliche Konservierungsstoffe, die den Wein über Jahre hinweg stabil halten.

Herkunft und Arten von Tanninen:

  1. Trauben: Der Hauptanteil der Tannine in Wein kommt aus den Traubenschalen, Kernen und Stielen. In der Rotweinherstellung bleibt der Most länger in Kontakt mit diesen Pflanzenteilen, was zu einem höheren Tanningehalt führt.
  2. Fässer: Tannine kommen auch aus Eichenfässern, wenn der Wein in diesen gelagert wird. Eichenholz gibt zusätzliche Tannine an den Wein ab, was den Wein mit der Zeit runder und weicher machen kann.

Wie Tannine den Wein beeinflussen:

  1. Junge Rotweine: In jungen Rotweinen kann der Tanningehalt relativ hoch sein, was den Wein hart und bitter wirken lässt. Mit der Alterung werden die Tannine runder und harmonischer.
  2. Reifung: Während der Reifung im Fass oder in der Flasche können Tannine durch einen Prozess namens Polymerisation abgebaut werden, wodurch der Wein weicher und geschmeidiger wird.
  3. Geschmack: Tannine beeinflussen nicht nur das Mundgefühl, sondern auch den Geschmack des Weins. Sie können mit Fruchtaromen und Säure im Wein interagieren und diesen geschmacklich stärker oder komplexer machen.

Tannine und Weinarten:

  • Rotwein: Rotweine haben normalerweise höhere Tanningehalte als Weißweine, da bei ihrer Herstellung der Traubensaft mit den Schalen in Kontakt bleibt, wo sich die Tannine befinden.
    • Weine wie Cabernet Sauvignon, Syrah und Nebbiolo enthalten hohe Mengen an Tanninen und haben daher eine kräftige Struktur.
  • Weißwein: Weißweine haben weniger Tannine, da sie nicht mit den Traubenschalen vergoren werden. Wenn Weißweine jedoch in Eichenfässern ausgebaut werden, können sie ebenfalls leichte Tannine aufnehmen.
  • Schaumweine: Auch in Schaumweinen wie Champagner können Tannine vorkommen, wenn sie in Holzfässern reifen.

Fazit:

Tannine sind eine wichtige Komponente im Wein, die ihm Struktur, Textur und Alterungsfähigkeit verleihen. Sie sorgen für das trockene Gefühl im Mund und können den Wein mit der Zeit weicher und runder machen. Besonders in Rotweinen spielen Tannine eine zentrale Rolle und beeinflussen maßgeblich den Geschmack und die Reifung des Weins.