Säure
Säure ist ein zentraler Bestandteil des Weins und beeinflusst maßgeblich seinen Geschmack, Frische und Langlebigkeit. Die Säure in Wein kommt hauptsächlich aus organischen Säuren, die natürlich in den Trauben vorkommen, und trägt dazu bei, den Wein lebendig und ausgewogen zu machen.
Welche Arten von Säure gibt es im Wein?
- Weinsäure (Tartraat):
- Die Weinsäure ist die wichtigste Säure im Wein und trägt entscheidend zur Frische und Struktur bei. Sie entsteht natürlich während des Reifungsprozesses der Trauben.
- Weinsäure sorgt dafür, dass der Wein nicht flach oder schal schmeckt, sondern lebendig und spritzig bleibt.
- Apfelsäure:
- Diese Säure ist vor allem in grünen Äpfeln zu finden und kommt besonders in jüngeren, frischen Weinen zum Tragen.
- Apfelsäure hat einen etwas schärferen, grünen Geschmack, der sich in kühleren Klimazonen stärker ausprägt.
- Milchsäure:
- Diese Säure entsteht durch den biologischen Säureabbau, bei dem Apfelsäure in milchige, rundere Milchsäure umgewandelt wird.
- Milchsäure sorgt für weichere, cremige Weine und wird oft bei Rotweinen oder Weißweinen aus kühleren Regionen verwendet, um die Säure zu mildern.
- Zitronensäure:
- Diese Säure ist weniger präsent als Weinsäure und Apfelsäure, trägt aber zur Frische und Spritzigkeit des Weins bei.
Wie wirkt sich die Säure auf den Geschmack des Weins aus?
- Frische und Lebendigkeit: Eine hohe Säure lässt den Wein frisch und lebendig wirken, er schmeckt spritzig und belebend. Besonders bei Weißweinen und rosé ist Säure ein wichtiger Bestandteil.
- Balance: Die Säure sorgt für eine gute Balance im Wein, indem sie die Süße (sofern der Wein süß oder halbtrocken ist) und den Alkohol ausgleicht. Ein zu wenig saurer Wein kann schnell flach und langweilig schmecken.
- Langlebigkeit: Weine mit einer hohen Säure haben in der Regel eine bessere Lagerfähigkeit, da die Säure als Konservierungsstoff wirkt und den Wein vor Oxidation schützt.
Zu viel oder zu wenig Säure?
- Zu viel Säure kann einen Wein unharmonisch und stechend wirken lassen. Wenn der Wein unangenehm sauer ist, fehlt ihm die Balance.
- Zu wenig Säure kann den Wein müde und flach erscheinen lassen, wodurch er an Frische und Struktur verliert.
Wie schmeckt der Wein mit viel oder wenig Säure?
- Weine mit hoher Säure schmecken oft frisch, lebendig, zitrusartig und spritzig. Diese Weine haben eine erfrischende Wirkung und sind besonders im Sommer beliebt.
- Beispiele: Riesling, Sauvignon Blanc, Chablis (Chardonnay)
- Weine mit niedriger Säure sind oft rund, weich und vollmundig. Sie haben einen eher sanften Charakter und sind nicht so scharf im Geschmack.
- Beispiele: Chardonnay aus wärmeren Regionen, Merlot
Säure und das richtige Essen:
Säure im Wein kann das Essen hervorragend ergänzen, indem sie Fett oder schwere Aromen auflockert und den Gaumen erfrischt. Besonders leichte bis fettige Gerichte, wie Fisch, Geflügel oder Salate, harmonieren gut mit Weinen, die eine ausgeprägte Säure besitzen.
Fazit:
Säure ist eines der wichtigsten Merkmale eines Weins und hat großen Einfluss auf seinen Charakter und Genuss. Sie sorgt für Frische, Balance und Langlebigkeit. Wenn der Wein die richtige Menge an Säure besitzt, wird der Geschmack lebendig und harmonisch.