Reduktion
Reduktion bezeichnet einen Zustand, bei dem ein Wein durch den Fehlkontakt mit Sauerstoff oder durch bestimmte Winzerpraktiken in seiner Aromatik verändert wird. Dieser Zustand kann entstehen, wenn der Wein zu wenig Sauerstoff erhält, was dazu führt, dass bestimmte verflüchtigbare Aromen und Verbindungen im Wein stärker ausgeprägt werden, die normalerweise nur in sehr geringen Mengen wahrnehmbar sind.
Merkmale der Reduktion:
- Aromatische Auswirkungen: Reduktion kann dem Wein ein schwefelartiges oder rauchiges Aroma verleihen, das an verbrannten Gummi, Schwefel oder Fauliges erinnert. Manchmal riecht ein reduzierter Wein auch nach verkohltem oder nass-waldigem Geruch. Diese Aromen entstehen durch chemische Reaktionen im Wein, bei denen schwefelhaltige Verbindungen freigesetzt werden.
- Mundgefühl: In manchen Fällen kann eine reduzierte Weinsituation auch das Mundgefühl beeinflussen, indem der Wein weniger lebendig oder frisch wirkt. Stattdessen erscheint er geschlossener und weniger komplex.
Ursachen der Reduktion:
- Sauerstoffmangel: Die häufigste Ursache für Reduktion ist Sauerstoffmangel während der Weinbereitung oder der Lagerung. Wenn der Wein zu lange in geschlossenen Behältern (z. B. in einem Stahltank) ohne Luftzufuhr bleibt, kann dies zu einer reduzierten Umgebung führen.
- Weinbereitung: Einige Winzer bevorzugen einen reduktionistischen Ansatz, um bestimmte Aromen im Wein zu erhalten. Das bedeutet, dass sie den Kontakt des Weins mit Sauerstoff absichtlich minimieren, um die Frische und die fruchtigen Aromen zu bewahren.
- Schwefel: Auch die Verwendung von Schwefelverbindungen (wie Schwefeldioxid) im Weinkeller zur Konservierung kann zu einer Reduktion führen, wenn zu viel Schwefel verwendet wird oder wenn er nicht richtig oxidiert.
Reduktionsaromen und ihre Entwicklung:
- Schwefelaromen: Zu den typischen reduktiven Aromen gehören faule Eier, Schwefel oder Zwiebel. Diese Aromen können besonders auffällig sein, wenn der Wein frisch geöffnet wird, aber mit etwas Belüftung oft verschwinden.
- Rauchige Noten: Eine milde Reduktion kann zu Aromen führen, die an verbrannten oder geräucherten Geschmack erinnern. Diese können dem Wein eine interessante Komplexität verleihen.
- Fruchtaromen: In einigen Fällen können reduktive Bedingungen auch dazu beitragen, dass die fruchtigen Aromen im Wein besonders frisch und intensiv wirken, da der Kontakt mit Sauerstoff verhindert wird.
Umgang mit Reduktion:
- Belüftung: In den meisten Fällen kann Reduktion durch Luftzufuhr (z. B. durch Dekantieren des Weins) behoben werden. Der Kontakt mit Sauerstoff hilft dabei, die reduzierten Aromen abzubauen und den Wein öffnen zu lassen, sodass die Frucht und Komplexität besser zur Geltung kommen.
- Weinbereitung: Winzer können den Kontakt des Weins mit Sauerstoff besser kontrollieren, um eine übermäßige Reduktion zu vermeiden, indem sie auf die richtige Lagerung und Belüftung achten.
Fazit:
Reduktion ist ein Zustand, bei dem der Wein aufgrund eines Mangels an Sauerstoff bestimmte reduktive Aromen entwickeln kann. Diese können unangenehm sein, wie Schwefelgerüche oder Rauchigkeit, können aber auch als ein gewünschter Winzerstil auftreten, der den Wein komplexer und frischer erscheinen lässt. Ein wenig Reduktion ist oft nicht problematisch und lässt sich durch Belüften beheben, aber in extremen Fällen kann sie den Genuss des Weins beeinträchtigen.